BGA-Managing Partner Martin Wiesmann ordnete mit seiner Keynote bei den diesjährigen M&A Excellence Days an der Goethe-Universität Frankfurt die geopolitische Lage mit ihren Konsequenzen für das globale Wirtschaftsgeschehen ein.
- Die Neuausrichtung der Politik der USA unter Trump hat tiefe Wurzeln in der Bewertung der globalen Führungsrolle der USA, die sich aus Sicht sowohl von Demokraten wie Republikanern nachteilig auf die wirtschaftliche Situation der Amerikaner ausgewirkt habe. Der Anspruch auf “Wiedergutmachung” durch den umfassenden Einsatz der amerikanischen Machtposition zur Erzielung einseitigen ökonomischen Vorteils (“Hegemonetization”) führt jedoch zu deren Erosion und schwächt die USA in dem das 21. Jahrhundert definierenden Konflikt mit dem aufstrebenden China.
- Mit dem Ende der knapp zwei Dekaden währenden unipolaren Dominanz der USA ist auch der Führungsanspruch des politischen Westens in den Institutionen und bei den Instrumenten der regelbasierten liberalen Weltordnung gegenüber den einstigen Schwellenländern insgesamt nicht mehr aufrechtzuerhalten. Dies ist eine besondere Herausforderung für die Europäische Union, die nicht nur mit einem Mangel an wirtschaftlicher Dynamik und multiplen Abhängigkeiten zu kämpfen hat: Ihrer Konstruktion selbst liegt die Idee der Verrechtlichung internationaler Beziehungen zugrunde, während die politische Fragmentierung innerhalb der Union eher zu- als abnimmt.
- Während der globale Handel auf die Verschärfung des geoökonomischen Wettbewerbs und den Verlust an Bindekraft internationaler Regeln mit hoher Anpassungsfähigkeit reagiert, erhöht der strukturell weiter wachsende chinesische Rekord-Exportüberschuss den Druck auf Industrie- wie Schwellenländer global. Demgegenüber setzen zunehmende staatliche Eingriffe bei FDI strategische Investitionen und cross-border M&A massiv erhöhten Risiken aus.
Vielen Dank an den Bundesverband Mergers & Acquisitions gem. e.V. (BMA), M&A REVIEW und mandaco für die Organisation dieses eindrucksvollen Events.

