Berlin Global Advisors Managing Partner Martin Wiesmann analysiert in seinem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, wie Südafrika sein historisches Erbe, seine wirtschaftlichen Interessen und seinen Anspruch auf strategische Autonomie in einer zunehmend fragmentierten Weltordnung miteinander zu vereinbaren sucht.
Geprägt vom Befreiungskampf gegen die Apartheid und der Tradition der Blockfreiheit, verfolgt Südafrika seit Jahrzehnten das Ziel, seine außenpolitische Unabhängigkeit zu bewahren. Auch die Zusammenarbeit im BRICS-Format unterstreicht Pretorias Anspruch, sich als eigenständiger Akteur zwischen den großen Machtzentren zu positionieren, ohne sich dauerhaft an eine Seite zu binden.
Dieser außenpolitische Kurs stößt jedoch zunehmend an wirtschaftliche Grenzen. Schwaches Wachstum, hohe Arbeitslosigkeit und der Bedarf an internationalem Kapital erhöhen den Druck auf die südafrikanische Regierung, geopolitische Ambitionen mit wirtschaftlichem Pragmatismus zu verbinden. Während Südafrika seine Beziehungen zu China und anderen BRICS-Partnern vertieft, bleiben Europa und weitere westliche Märkte zentrale Handels- und Investitionspartner.
Südafrika führt damit zu einer zentralen Frage unserer Reihe zurück: Wie viel strategische Autonomie ist möglich, wenn historisch gewachsene politische Überzeugungen, wirtschaftliche Abhängigkeiten und die Konkurrenz der Großmächte gleichzeitig den außenpolitischen Handlungsspielraum bestimmen?
Den vollständigen FAZ-Gastbeitrag von Martin Wiesmann finden Sie hier: FAZ – Südafrika behauptet sich als postrevolutionäre Mittelmacht
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